Kleeblatt News Redaktion

Filmprojekt „Sachsenhausen“

Die Schule am Staakener Kleeblatt betrachtet Medienbildung als konstituierendes Prinzip des Lernens in der heutigen Zeit.

„Erinnern heißt gestalten“ – Unsere Exkursion nach Sachsenhausen

Am Anfang standen drei Fragen:

  1. Was machen wir am nächsten Wandertag?
  2. Wie können wir dabei einen Beitrag zum schulweiten Projekt „80 Jahre Auschwitz-Befreiung“ leisten?
  3. Und wie gestalten wir das Ganze spannend, schüleraktivierend und kreativ?

Die Entscheidung fiel schnell: eine Exkursion zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Ein ehemaliges Konzentrationslager – ein Ort des Terrors, der Unmenschlichkeit, der Geschichte. Aber auch ein Ort des Lernens, Erinnerns und Auseinandersetzens. Und genau das wollten wir.

Die Klasse 8.1, eine unserer Medienklassen an der Schule am Staakener Kleeblatt, machte sich gemeinsam mit Herrn Pulatov und  Herrn Heinz auf den Weg. Eine Herausforderung – nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional. Einige Schülerinnen und Schüler hatten bereits in der Grundschule belastende Erfahrungen mit Holocaust-Themen gemacht, andere begegneten dem Thema zum ersten Mal. Wie also sprechen wir mit Jugendlichen über Verfolgung, Gewalt, Massenmord? Wie holen wir sie ab, ohne zu überfordern – und wie geben wir ihnen gleichzeitig eine aktive Rolle im Prozess?

Wie spricht man mit Achtklässlern über den Holocaust? Wie verbindet man historisches Gedenken mit aktivem Lernen? Unsere Medienklasse 8.1 stellte sich diesen Fragen – und fand kreative Antworten.

Jochen Heinz
Kleeblatt News Redaktion

Lernen mit Kamera, Stift und Mikrofon

Als Medienklasse war für uns früh klar: Wir wollen nicht nur konsumieren – wir wollen produzieren. Ein Besuch in der Gedenkstätte sollte nicht nur ein Ort des Zuhörens sein, sondern einer des Mitdenkens und Gestaltens.

Im Zentrum stand deshalb eine klare pädagogische Idee: Schüle nicht in der Rolle passiver Wissensaufnahme zu lassen, sondern sie zu aktiven Mitdenkenden, Mitgestaltenden – und langfristig auch Mitentscheidenden zu machen.

So entstanden in den Tagen rund um die Exkursion kleine videografische Dokumentationen, Interviews, Reflexionen und literarische Texte. Auch die musikalische Gestaltung spielte eine Rolle: Der sowjetische Komponist Dmitri Schostakowitsch vertonte ein Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko über das Massaker von Babi Jar – eine tragische Erinnerung an die Ermordung von über 33.000 Juden bei Kiew. Die Auswahl dieses Stückes war bewusst, ebenso wie der mehrsprachige Zugang: Die vielfältigen sprachlichen Hintergründe unserer Klasse sollten nicht versteckt, sondern sichtbar gemacht und gewürdigt werden.

Mehr als Geschichte – ein Projekt für die Gegenwart

Was dabei entstand, war mehr als ein Wandertag. Es war ein Prozess des Erinnerns, des Fragens, des Verstehens – und auch des Zweifelns. Warum lassen sich Menschen zu Tätern machen? Was bedeutet Verantwortung heute? Wie können wir verhindern, dass sich Geschichte wiederholt?

Unsere Klasse 8.1 hat viele dieser Fragen gestellt. Nicht immer haben wir Antworten gefunden – aber genau das gehört dazu. Denn Erinnerung ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein offener Prozess.

Dank und Ausblick

Ein besonderer Dank gilt Frau Jazo und Frau Püschel, die uns bei der Umsetzung des Projekts mit großem Engagement begleitet haben.

Die Ergebnisse – in Form von Videos, Texten und Bildern – wurden im Rahmen unserer Gedenkwoche präsentiert. Einige Auszüge werden Sie auf der Website und in der nächsten Ausgabe unseres Kleeblatt-News-Magazins finden.

Gemeinschaft Bildung Chancen Zukunft

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